Level Up

Versand durch Amazon #43: Level Up!

Willkommen zurück zur 43ten Ausgabe meines Versand durch Amazon Logbuchs. Erstmals kann ich vermelden, dass ich Verkäufer-Level 4 erreicht habe. Das heißt damit auch, dass es neue Rekorde zu vermelden gibt. Deshalb gibt es diese Woche wieder einen Monatsrückblick, den Stand der Private Label Dinge und natürlich was sonst noch geschah.

Bericht zur Lage des Verkaufs

Ohhhh wie schlimm war diese Woche. Diese Woche war die schwächste Woche im Juli – und dabei trotzdem die 7. beste Woche des Jahres. Es gibt also nicht wirklich etwas zu beklagen. Ganz im Gegenteil. Ich habe pro Tag im Schnitt 100 Sitzungen und verkaufe damit 10 Artikel. Ist das gut oder schlecht? Lasst es mich in den Kommentaren wissen.

Ich habe diese Woche einmal alle meine Produkte durchgeschaut und insbesondere die Umkämpften Listings nochmals preislich neu bewertet. Bei einigen Listings habe ich dabei einen neuen FBA Konkurrenten gesehen. Leider versucht er zumindest bei einem Produkt das „1Ct Billiger“ Spiel. Nochmals an alle FBAler: Hört auf mit diesem Mist. Das Einzige was passiert ist, dass die Margen kaputt gehen und der überlebt dem seine Zeit am wenigsten Wert ist. Match or Die!

Der (Rekord-) Monatsrückblick

Der Juli allein macht 27% des gesamten Jahresumsatz aus.
Es wurden im Juli mehr Artikel verkauft als im gesamten ersten Quartal.
Der Umsatz liegt knapp 60% höher als im Vormonat und über 40% höher als im bisherigen Rekordmonat April.

Der Juli in Graphen

Der Juli in Graphen 

Im Juni hatte ich meine Strategie bzgl. Portfoliovergrößerung formuliert. Aus heutiger Sicht kann ich sagen, dass dies durchaus funktioniert hat. Die neue Produkte machen in Summe 40% des Umsatzes aus – und stellen auch 40% des Portfolios dar. Allerdings outperformen die amerikanischen Produkte die anderen Neuprodukte deutlich.

Mit einem Umsatz von über 3600 EUR im Juni kann ich, nach Abzug von ungefähr 70EUR für Werbung, sicher vermelden, dass ich die 1000 EUR Profit pro Monat Grenze für den Verkäufel Level 4 durchbrochen habe.

Als ich versucht habe den genauen Gewinn dieses Monats zu berechnen, fiel mir auf dass dies nicht so einfach ist. Ware wird nicht immer zum selben Preis eingekauft und auch nicht immer zum selben Preis verkauft. Wenn man eine Buchhaltung auf Profiniveau betreibt, dann verbucht man natürlich jede Bestellung und Rückerstattung einzeln. Als Kleinunternehmer komme ich mit einer einfachen Überschussrechnung hin und nutzen Excel sowie die Transaktionsdetails von Amazon um zu ermitteln, wie gut ein Produkt läuft. Jedoch sind diese Angaben nur pro Abrechnung genau – und nicht auf Monatslevel (Abrechnungsperioden gehen über Monatsgrenzen). Also habe ich mir gedacht: Du bist doch Informatiker, wieso entwickelst du nicht ein kleines Progrämmchen was dir deinen Verkäuferlevel, die aktuellen Margen und so weiter einfach berechnet. Da ich beruflich zunehmend mehr berate und coache und weniger programmiere, juckt es mich tatsächlich in den Fingern das zu schreiben.

Stand an der Private Label Front

Für die neuen Private Label Produkte stehe ich noch immer in Kontakt mit einen Frachtdienstleister. Mittlerweile habe ich alle Infos übermittelt um ein Angebot zu erhalten. Das hat etwas gedauert, weil die Bestellung noch nicht beauftragt ist und die Kommunikation mit Amko im Moment etwas hakt, da dieser gerade umzieht. Der Frachtdienstleister ist nebenbei Shapiro. Dem Ein oder Anderen ist der Name vielleicht bekannt, denn Shapiro ist der offizielle Logistikpartner von Amazon in den USA. Das hat den angenehmen Vorteil, dass die Leute dort wissen wie Amazon tickt und auf was zu achten ist. Man bekommt proaktiv Hinweise und Informationen, wie der Import abläuft. Allerdings rechne ich mit einem Preis der mir die Schuhe auszieht. Mal sehen…

Neben den „Kommunikationsaufgaben“ habe ich an der Landingpage gearbeitet und bin dabei eine WordPress-Instanz aufzusetzen. Ich dokumentiere dabei jeden Schritt um beim nächsten Mal ohne Support alle Schritte direkt durchführen zu können. Das kann ich euch generell empfehlen. An irgend einem Punkt in der Zukunft kommt vielleicht die Überlegung sich einen Assistenten einzustellen (z.B. über upwork.com, freelancer.com etc.) und dann ist es hilfreich eine Anleitung zur Hand zu haben die möglichst präzise sagt, was zu tun ist.

Die neue Landingpage benötige ich primär um auf diese in meinem Inlay hinzuweisen. Dieses Inlay soll, wie der Name schon sagt, in meine Produktverpackung eingelegt werden. Ich habe dazu mittels Inkscape ein solches Inlay design. Inkscape ermöglicht es Vektorgrafiken zu gestalten, was für Printprodukte hilfreich ist.

Wochenendgestaltung eines FBA Verkäufers

Freitagnachmittag – Einkaufen

Ich werde zwei Wochen in Urlaub fahren und musste deshalb, und weil der Absatz so gut lief, dringen Nachschub einkaufen. Also war ich am Freitag einkaufen und brachte einen Kofferraum voller Dinge nach Hause. Außerdem hatte ich online eine Quelle für andere Produkte ausfindig gemacht und auch dort rechtzeitig bestellt. D.h. ab Freitag Nachmittag war meine Wohnung voll mit Ware und ich knapp 500 EUR ärmer.

Samstag Nachmittag – Labeln

Danach ging es los mit dem Labeln. Diesmal waren über 230 Artikel zu Labeln. Der Zeitaufwand beträgt dabei zwischen 20-60 Sekunden (Abhängig vom Produkt). Aber natürlich muss auch Zeit für das Labeldrucken, Platz schaffen etc. eingerechnet werden. Da ich mich gern von Youtube ablenken lasse hat das Labeln den besten Teil des Samstagnachmittags und etwas vom Freitag Abend gekostet. Da ich beim Einkauf vergessen hatte ein bestimmtes Verpackungsmaterial zu besorgen musste ich nochmal zu meinem Händler und stand vor verschlossenem Tor (Man bediente noch Kunden, ließ aber niemanden mehr herein.) Hier zeigt sich wie leicht man aufgibt oder auch nicht. Ich wollte mich nicht geschlagen geben und bin durch einen Seiteneingang doch noch rein gekommen. Habe mir meinen Artikel geschnappt, bezahlt und war wieder auf dem Weg.

Sonntag Nachmittag – Sendung verpacken

Am Sonntag habe ich dann die Kartons gepackt. Vor einigen Wochen habe ich gefragt, wie man sicherstellen kann, dass Artikel nicht ungünstig auf verschiedene Lagerhäuser aufgeteilt werden. Die einfachste Lösung ist: Macht einfach für jeden Karton den ihr packt eine neue Sendung auf. Dadurch ist die Menge überschaubar und das Risiko, dass es gesplittet wird geringer. Allerdings bleibt das nicht ausgeschlossen. Besondere Produkte, z.B. Kleinteile, werden in besonderen Lagerhäusern verarbeitet. Bei mir ging diesmal wieder alles nach MUC3.

Zeiteinsatz insgesamt:

  • 2,5h vom Verlassen der Wohnung bis alle Produkte in der Wohnung sind
  • 4h für das Etikettieren
  • 1h für das Sendung bauen
  • 0,5h um einen Teil der Sendung an einer Packstation zu verschicken.

So verbringe ich also ein Wochenende. Wenn man aber bedenkt, dass die Ware bei vollständigem Verkauf mir ungefähr 700 EUR Profit (abzgl. Werbung) bescheren wird, dann ist die Zeit nicht so furchtbar schlecht investiert.

Soweit von mir. Was mich interessieren würde ist, wie viel Zeit Ihr so in FBA investiert.  Ach und wie trackt ihr euren Erfolg. Nutzt ihr Software? Würde euch so eine SW wie oben beschrieben etwas nützen?

8 Gedanken zu „Versand durch Amazon #43: Level Up!

  1. Daniel

    Ich benutze Inventory Lab für mein USA Geschäft. Für Europa bin ich immer noch auf der Suche nach etwas Geeignetem, damit ich auf die Schnelle einen guten Überblick über die Geschäftszahlen bekomme.

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  2. Tobias

    Hi Kevin, wieder mal ein wirklich toller Beitrag von dir.
    Ich investiere ca. 1 bis 1,5 Stunden pro Tag in das FBA-Geschäft.

    An so einer Software wäre ich auch sehr interessiert, denn die Excel-Listen zu pflegen ist ziemlich aufwändig. Ich würde mich auch gerne als Betatester anbieten 😉

    Viele Grüße
    Tobias

    Antworten
  3. Matthias

    Hallo Kevin,
    ich bin ein riesen Fan von deinem Blog und verfolge in schon lange. Du gibst wirklich einen super Einblick in dein Geschehen. Es macht einen riesen Spass es zu verfolgen und mit welchem Erfolg du es machst.
    Ich vergole die Amazon FBA Thematik seit knapp 2 Monaten und mein Drang wird immer größer danach. Allerdings muss ich gestehen, dass es wohl noch warten muss, da ich noch 3 Steuererklärungen offen habe, die zu machen sind bevor ich ein Gewerbe anmelde. Das ist ein Punkt, der ist mir gerade nicht ganz klar bzw. hab ich vlt. auch schon vergessen. Du schreibst in diesem Artikel von Kleinunternehmer. Bist du aktuell als Kleinunternehmer unterwegs, der keine Mehrwertsteuer ausstellt?
    Kaufst du eigentlich deine eigenen Waren beim Großhändler ein und verkaufst sie weiter? Wenn ich das richtig verstanden habe. Wieivel Prozent entspricht ungefähr der Einkaufpreis zum Verkaufspreis?

    Viele Fragen und ich weiß auch nicht ob du auf alle Antworten kannst und willst 🙂

    Dennoch weiterhin viel Erfolg und schon einmal einen schönen Urlaub.

    VIele Grüße
    Matthias

    Antworten
    1. admin Beitragsautor

      Hi Matthias, schön dass dir mein Blog gefällt.
      Ja ich bin dieses Jahr noch als Kleinunternehmer unterwegs. Das bin ich schon seit 3 oder 4 Jahren. Ich hatte vorher einen Schuhshop der aber zu viele Retouren produziert hat und deshalb zum FBA Handel umgewidmet wurde. Ich kann keine MWSt ausstellen, aber ich kann korrekte Rechnungen ausstellen. Für Gewerbekunden heißt das einfach nur, dass sie bei meinen Produkten keinen Vorsteuerabzug gelten machen können und mein Produkt Brutto=Netto ist.
      Ja meine Produkte stammen auch von Großhändlern, aber auch aus dem Internet. Wenn ich etwas interessantes sehe checke ich, dass der Verkaufspreis bei Amazon mind. 3x so hoch ist wie mein Einkaufspreis und dass der Verkaufspreis idealerweise >10EUR ist. Außerdem sind Artikel interessant wo es aktuell keine PRIME Anbieter gibt.

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      1. Marcus

        Hallo Kevin
        Ich bin gerade dabei Deinen Block von Woche 1 an durchzulesen ????
        Sehr interessant und viele nützliche Hinweise für einen Anfänger bisher. Danke Dir für diese tolle Arbeit.

        Bei diesem Kommentar von Dir hab ich mich gerade gefragt, ob Du den heute immer noch so schreiben würdest (ist ja schon 2 Jahre her mittlerweile).

        Mir fällt es zum einen unheimlich schwer für den Start etwas bei einem Großhändler in D zu finden, was es nicht schon längst auf Amazon unter meinem EK gibt, zum Anderen hab ich noch nie etwas gefunden, wo es keinen PRIME Anbieter gibt.
        Im Moment würd ich einfach mal gerne die Abläufe kennen lernen, daher ist mir das heute noch egal, aber nachdenklich macht es mich schon.
        Wo kaufen all die anderen Amazon-Händler ein? Nur noch in China?
        Ist das mittlerweile einfach die normale Wettbewerbssituation und Dein Tipp von damals nicht mehr gültig? Oder bin ich bloß zu ungeduldig beim Suchen?

        Grüße
        Marcus

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        1. admin Beitragsautor

          Es wird immer schwieriger. Ich denke das Konzept ist weiterhin valide aber man muss eine nische finden. Was ich definitiv nicht empfehlen kann sind kleinpreisige Sachen. Also alles mit Verkaufspreis unterhalb 15eur. Das bringt echt wenig und ist mehr eine finger Übung

          Antworten
  4. Clement

    Hi Kevin,

    so, endlich habe ich es geschafft. Vor ein paar Tagen hat mich ein Freund auf deinen Blog aufmerksam gemacht um mich für das Thema FBA zu begeistern. Deine Story liest sich wie ein Krimi und stellenweise fiebert man von Eintrag zu Eintrag schon mit, wie es weiter geht. Dazu muss ich sagen, Hut ab zu deinem Weg und zu dieser wirklich sehr fundierten Dokumentation… man hat den Eindruck, man war bzw. ist von Anfang an live mit dabei.

    Das FBA-Fieber hat mich persönlich aber trotzdem noch nicht gepackt. Irgendwie erscheinen mir das Risiko beim internationalen Handel und das Auseinandersetzen mit den ganzen gesetzlichen Anforderungen doch etwas zu heiß um nachher mit meinem kompletten Privatvermögen dafür einzustehen. In einem deiner Einträge hast du u.a. die Produkthaftpflicht und das Testen von Produkten erwähnt. Ist dir in diesem Zusammenhang auch mal etwas über die REACH-Verordnung (Regulation concerning the Registration , Evaluation , Authorisation and Restriction of CHemicals) zugetragen worden? Die Industrie wird durch diese Verordnung immer wieder vor neue Herausforderungen gestellt, bei denen ich nicht weiß, in wie weit diese ein asiatischer Lieferant berücksichtigt bzw. einhalten kann. Neben der Produkthaftung ist für mich auch das Thema Gewährleistung noch etwas, das ich gerade beim Produktverkauf an Verbraucher, darüber hinaus online (Fernabsatzgesetz), noch nicht einzuschätzen weiß. Hast du dazu schon Erfahrung gesammelt? Vielleicht sind aber auch die Produkte, die bis dato vertreibst, für diese Themen eher unkritisch bzw. risikoarm.

    Auch wenn ich persönlich noch etwas skeptisch bin, so scheint mein Kumpel am FBA wirklich Interesse zu haben und will es wohl auch ernsthaft ausprobieren. Gewerbe hat er zumindest schon mal angemeldet. Ich denke, dass ich ihm in diesem Fall als Sparringspartner zur Seite stehe, da ich es grundsätzlich schon interessant finde.

    Wünsche dir weiterhin viel Erfolg und freue mich auf die kommenden Berichte

    Gruß

    Clement

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    1. admin Beitragsautor

      Hi Clement, ja du sprichst die richtigen Punkte an und es hängt viel von den Produkte ab mit denen zu arbeitest. Am besten ist es, wenn du einen Hersteller im EU Raum findest, denn dann ist die Herstellerhaftung weg von dir. Interessanterweise ist wohl deshalb China so gefragt bei den Amazon Händlern weil China so easy zu bedienen ist. Man findet via Alibaba halt Hersteller. Wenn man in Europa sucht, wird es einem nicht so leicht gemacht.

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