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Datenschutzgrundverordnung

Versand durch Amazon #128: Datenschutzgrundverordnung (DSGVO)

Hallo Leute! Willkommen zur 128ten Ausgabe meines Versand durch Amazon Logbuchs. Dieses mal geht es um ein Thema was uns alle trifft und worauf die Wissenden schon warten: Die Datenschutzgrundverordnung (DSGVO). Ihr seid dieses mal auch ganz besonders gefragt: Wenn ihr Infos habt, oder Vorschläge wie man sich am Besten aus der Schusslinie bringt, dann bitte in die Kommentare schreiben. Wir haben so alle was davon.

Bericht zur Lage des Verkaufs

Letzte Woche liefen bei mir vor allem Aufräumarbeiten nach dem Urlaub. Aufgefallen war mir, dass einer meiner Stammartikel nicht mehr vorrätig war. Dementsprechend musste ich Nachschub organisieren und mit den Verkaufsausfällen rechnen. Ich vermute, dass allein durch diesen Artikel 100-200€ Umsatz in der Woche fehlen. Ansonsten hat sich diese Woche wenig geändert zur Vorhergehenden. Deutschland dominiert mit fast 1150€ die Marketplaces. Frankreich kommt auf platz zwei, Spanien und Italien fast gleichauf dahinter. Wirklich schade ist einmal mehr UK. Diese Woche kam von dort nichts. 0,nix.

Mastermindrunde zum Private Label Produkt

Aus dem oben genannten Zahlen erkennt ihr, dass mein Produkt momentan nicht gekauft wird. Ich glaube, dass dies vor allem daran liegt, dass die relevanten Personen das Produkt nicht kennen/finden. Am Sonntag hatte ich deshalb eine Mastermindrunde mit einem befreundeten Unternehmer aus UK gehabt. Dieser ist ein großer Freund von Email Kampagnen und riet mir den begonnen Weg erst einmal weiter zu gehen und einfach mehr „outreach“ zu generieren. Positiven Zuspruch habe ich von (den wenigen) Nutzern meines Produkts erhalten. Es tut also was es soll…

Email Kampagne? Da klingelt doch direkt das nächste Thema an. Darf man in Zeiten der DSGVO überhaupt noch Werbemails schicken? Mich würden eure Einschätzungen dazu natürlich interessieren. Was ich vorhabe: Mitarbeitern von Firmen auf ihre Firmen-Email-Adresse, welche im Internet auffindbar ist, eine Anfrage schicken. Außerdem: An ausgewählte Firmen in Deutschland Warenproben ungefragt und kostenfrei zuschicken.

DatenSchutzGrundVerOrdnung – DSGVO (engl: GDPR)

Natürlich war die Mastermindrunde auch schnell bei diesem Thema. Und jeder der ein Geschäft hat, beschäftigt sich aktuell mit diesem Thema. Eigentlich sollte sich ja nicht viel ändern, wenn man sich schon an das bestehende Recht gehalten hat. Nur war es bisher immer so, dass erst etwas passieren musste, bevor es eventuell finanzielle Folgen (Strafen) für das Unternehmen hat. Durch die neue DSGVO kann es nun schon Strafen setzen, wenn die internen Prozesse nicht sauber sind bzw. dokumentiert sind bzw. offensichtliche Schwachstellen die Daten gefährden. Schritt 1 für den Unbeleckten ist einmal diesen Podcast (so ab Minute 27:45) anzuhören. Die dort vorgeschlagenen 5 Bausteine (für mich als Einzelunternehmer 4 Bausteine) sind für uns alle eine gute Idee.

  1. Erstellt eine Datenschutzrichtlinie für euer Unternehmen. Also Wer macht Was mit den Daten. Außerdem verweist diese Richtlinie auf die nachfolgenden 3 Punkte.
  2. Erstellt ein Prozessverzeichnis. Dafür gibt es z.B. vom Bayrischen DS Beauftragten Beispielverzeichnisse. Also welche Prozesse gibt es: z.B. Bestandskundenansprache, Bestellabwicklung, Retourabwicklung, etc. und welche Daten werden dazu verwendet und von wem.
  3. Erstellt ein IT Sicherheitskonzept. Aus dem muss hervorgehen, wie ihr sicherstellt, dass keine Unberechtigten an die Daten kommen. Aber auch so ein bisschen IT-Hygiene gehört da hinein. Welche Betriebssystemversionen setzt ihr ein. Wie stellt ihr sicher, dass Updates eingespielt werden? Wie haltet ihr eure Website auf den aktuellen Stand? Ein guter Moment um einmal kritisch die eigenen Systeme zu beleuchten.
  4. Wenn ihr Daten außerhalb eurer Hardware lagert oder wenn ihr anderen Unternehmen Zugriff auf eure Systeme (z.B. Seller Central) gebt, dann braucht ihr einen Vertrag zur Auftragsdatenverarbeitung mit diesen Firmen. Das ist dann ein guter Moment um nochmal genau zu überlegen ob man diese Dienste wirklich braucht.
  5. Der Vollständigkeit halber: Falls ihr Mitarbeiter habt ist der fünfte Schritt diese zu Schulen und zu sensibilisieren. Auch das dokumentiert ihr am Besten in der Richtlinie aus Schritt 1. In meiner Firma (wo ich hauptberuflich arbeite) gibt es diese Schulung verpflichtend jedes Jahr.

In der Private Label Journey Gruppe kam noch der berechtige Hinweis, dass man sich primär erstmal um die von außen sichtbaren Dinge kümmern sollte. Denn die Abmahner scannen schon das Web um Kohle zu scheffeln falls ihr Fehler macht. Worauf achtet ihr hier im besonderen?

Was mich sonst noch interessiert ist: Was geht noch mit Facebookwerbung? Kann man „lookalike“-Audiences bauen? Amazon schickt euch mails wenn Kunden euch Nachrichten schicken. Ist das Auftragsdatenverarbeitung bzgl. der email Provider (Web.de, GMX, googlemail & co). Es gibt also eine Menge zu tun und zu hinterfragen.

Soweit von meiner Seite. Mich würde es total freuen, wenn wir hier eine Diskussion zum Thema haben könnten. Es gibt keinen Händler der von diesem Gesetz nicht betroffen wäre. Und jeder der mit dem Gedanken spielt ins kalte Wasser zu springen, sollte direkt damit Anfangen sich in das Thema einzulesen.

Versand durch Amazon #97: Verluste!?

Hallo Leute, willkommen zur 97ten Ausgabe meines Versand durch Amazon Logbuchs. Diese Woche war die USt-Abführung ans Finanzamt dran, dabei gab es überraschende Zahlen zu bestaunen – oder nicht? Außerdem gibt es News von Amazon.

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Versand durch Amazon #52: Rückblick auf das erste Jahr

Willkommen zurück zum 52ten Logbuch Eintrag. Dieser Artikel ist ein Rückblick auf das erste Jahr meiner FBA Tätigkeit.

Wie alles begann

Im Oktober 2015 hatte ich 4 Wochen Urlaub und entschied mich diese in ein Projekt zu investieren. Das Projekt war „FBA in Deutschland machen“. Wir haben nun wieder Oktober und ich möchte einen Blick zurück werfen auf das erste Jahr.

Der Oktober war Sourcing-Zeit und aufsetzen des Geschäfts. 4 Wochen Urlaub gaben mir genug Zeit, jedoch war es nicht so einfach wie gedacht sich selbst jeden Tag zu motivieren und auf das selbst gesetzte Ziel hin zu arbeiten. Es ist sehr leicht sich mit Youtube und Facebook abzulenken. Hier ein Tip an die Leser, welche selbst starten wollen: Setzt euch klare Tagesziele die messbar sind. Wenn man anfängt sind das Dinge wie Gewerbeanmeldung, Gespräch mit Steuerberater, Mind. X Produktideen untersuchen, X Listings bei Amazon erstellen, Sendungen bauen etc. Lesen in Facebook-Gruppen oder Videos/Podcasts anschauen würde ich nicht als Tagesziel akzeptieren. Denn das sind konsequenzlose passive Dinge die das Unternehmen nicht weiter bringen. Nur wenn man die Inhalte anwendet, dann kommt Zählbares dabei raus.

Zahlen, Daten, Fakten

Die ersten Verkäufe wurden im November verzeichnet. Insgesamt lieferte dieser erste Monat 240EUR Umsatz mit 5-8 Listings. Seit her ist einiges passiert und meine Umsätze liegen in den letzten 3 Monaten jeweils bei mehr als dem Zwölffachen dieses ersten Wertes. Der vorläufige Höhepunkt in Sachen Umsatz war der Juli mit fast 3600EUR. Die erste Juliwoche war auch die Umsatzstärkste bisher mit etwas über 1100EUR. Am 19. Mai gab es den bisher besten Tag mit 320EUR Umsatz.

In Summe wurden über 20.000EUR Umsatz generiert und dabei seit Februar jeden Monat ein neuer Rekord in Sachen Anzahl verkaufter Artikel aufgestellt. Im September verkaufte ich so im Schnitt etwas über 12 Artikel pro Tag.

Statistik des ersten Jahres - Verkaufte Einheiten und Umsatz

Statistik des ersten Jahres – Verkaufte Einheiten und Umsatz

Die Frage die man sich natürlich dabei stellt ist, wie viel bleibt hängen? Aktuell schätze ich, dass ich von den 20k ca. 6.000EUR Profit gemacht habe. Jedoch bin ich nicht in den schwarzen Zahlen, denn vor einem Monat habe ich die größte Order bisher aufgegeben und bin deshalb ca. 2.000 EUR in den Miesen. Aus diesen Zahlen heraus kann man sehen, dass der Kleinunternehmerstatus für nächstes Jahr kein Thema mehr ist. Ich werde also zum Jahreswechsel zum normalen Unternehmer werden.

Jedoch ließt sich das alles etwas zu glatt. Wer den Blog länger verfolgt weiß, dass auf dem Weg einige Rückschläge zu verzeichnen waren.

Die ersten Monate

Im November und Dezember verkaufte ich hauptsächlich Artikel die ich im Internet günstig gefunden hatte. Hier kamen mir Restpostenseiten zu gute. Auch wenn diese Artikel gute ROIs hatten („Wie viele Euro erhalte ich pro eingesetzten Euro zurück?“) waren die Verkaufspreise recht gering und damit auch die Marge. Schon relativ früh wollte ich Richtung Private Label gehen, jedoch fehlte mir die Idee. Was ich aus der Anfangsphase gelernt habe ist, dass es viele Artikel gibt die man mit Profit bei Amazon verkaufen kann, ohne dabei aber in absoluten Zahlen viel Gewinn zu machen.

Neue Listings trotz günstigerer Konkurrenz können funktionieren

Anfang des Jahres 2016 glaubte ich meine Nische gefunden zu haben. Ich hatte Proben aus China bestellt und nach ewigen Zoll Besichtigungen und unnötigem Stress festgestellt, dass meine Nische nicht so einfach ist wie gedacht und ich Zertifikate und Produktbeprobungen etc machen müsste. Das Aufwand/Nutzen-Verhältnis kippte zunehmend und ich nahm innerlich Abschied von der Idee. Interessant war die Episode mit der Chinesischen Adresse, die es einem erlaubt mehrere Proben zu sammeln und gemeinsam nach Deutschland zu schicken. Allerdings gab es trotz Allem einen positiven Effekt. Über meine Mastermindgruppe (die ich bereits im Oktober/November 2015 gegründet hatte) wurde ich dazu gedrängt meine Nische einmal praktisch zu testen. Es gab zwar andere Listings allerdings keine PRIME Listings. Also kaufte ich mein Produkt lokal und verkaufte es mit einem übertrieben hohen Aufschlag bei Amazon. Eigentlich ging ich davon aus, dass Keiner kaufen würde – jedoch verkaufte sich der Artikel zu diesem hohen Preis. (Man sieht oben in der Statistik, dass ab Januar ein anderer Grundlevel an Verkäufen da war.) Artikel dieser Kategorie verkaufe ich noch heute als Retail-Arbitrage, und sie machen ca. 40% des Umsatzes des letzten Jahres aus.

Verwaltungskram

Dank der Private Label Journey Facebook Gruppe wurde ich aufmerksam auf das Thema „Verpackungsverordnung und Duales System“. Als Verbraucher möchte man natürlich seinen Müll kostenfrei entsorgen können. Aber jemand muss dafür bezahlen: die Händler. Als FBA Händler ist man plötzlich auf der anderen Seite der Verpackungsverordnung und muss sich bei einem Anbieter registrieren um den Anforderungen nach zu kommen. Die Kosten liegen für kleine Händler wie mich bei unter 100EUR pro Jahr (außer man möchte bei den großen Anbietern registriert sein. Da bezahlt man schnell man über 500EUR.).

Konkurrenzkampf

Im Mai hatte ich meinen ersten Urlaub und bereitete mich darauf vor, von Unterwegs das Geschäft zu betreuen. Das ging ganz gut. Allerdings war es eine böse Überraschung, als ich einen Dumping-Konkurrenten auf meinem Listing fand. Es war ein deutscher Händler der selbst verschickt. Er hatte die meisten meiner gut laufenden Artikel ins Portfolio aufgenommen und reduzierte seinen Preis um ca.30%. Das zeigte mir, wie anfällig das Retail-Arbitrage Business ist. Ich verkaufe die Artikel wie gesagt noch heute, allerdings sind die Erträge nicht mehr genauso hoch wie in den den ersten 4 Monaten ohne Konkurrenz auf dem Listing.

Expansion des Portfolios

Im Sommer fasste ich den Entschluss mein Portfolio zu erweitern. Ich verdoppelte nahezu die Anzahl meiner Listings was mir bald darauf auch deutlich höhere Umsätze ermöglichte.  Nicht alle Artikel funktionierten, einige liegen noch immer im Lager. Andere verkauften sich jedoch sehr gut und sorgen so für andauernde Umsätze.In der Statistik oben sieht man bei den bestellten Einheiten im Juli einen Sprung der auf die neuen Produkte zurück zu führen ist. Das führte im Juli zum besten Monat bisher. Ich konnte 3600EUR Umsatz und über 1000EUR profit verzeichnen.

Erster Import

Zusammen mit Amko plante ich ein Produkt in Deutschland zu verkaufen und über ihn in Kanada einzukaufen. Erste versuche zeigten, dass der Artikel in Deutschland funktioniert. Um meine Listings am laufen zu halten, kaufte ich in Deutschland mehrfach Ware nach, jedoch ist der ROI nicht so hoch wie beim geplanten Import. Also entschied ich mich von Amko eine größere Menge zu importieren. Der Importvorgang zog sich den ganzen August und September hin und erst Mitte Oktober wird die Ware im Lager sein. Also durchaus ein aufwändiges Thema.

Die nahe Vergangenheit

In den Monaten August und September liefen mehrfach auch Teile meines Portfolios OutOfStock. Was sich direkt auf das Gesamtergebnis auswirkte. Man sollte lieber etwas zuviel zu Amazon schicken als zu wenig. Durch diese Lücken im Portfolio kam ich zwar über 3000EUR im Monat, jedoch nicht über die 1000EUR Profit Marge.