Versand durch Amazon #97: Verluste!?

Hallo Leute, willkommen zur 97ten Ausgabe meines Versand durch Amazon Logbuchs. Diese Woche war die USt-Abführung ans Finanzamt dran, dabei gab es überraschende Zahlen zu bestaunen – oder nicht? Außerdem gibt es News von Amazon.

Zu aller erst möchte ich mich für den verspäteten Artikel entschuldigen. Privat gab es gerade dringende Themen zu organisieren. Außerdem habe ich meinen Arbeitsrhythmus umgestellt. Und zwar stehe ich nun nochmals 1h früher auf (5:30Uhr) und gehe dafür früher ins Bett. Wieso das? Damit habe ich meine FBA-Arbeit in einem Block von 2 – 2,5h am Morgen konzentriert. Das fühlt sich schon jetzt deutlich produktiver an, als bisher. Bei den bisherigen 1 – 1,5h war man gerade richtig in fahrt und musste dann abbrechen. Dass ich den Tag jetzt besser nutze, merke ich auch daran, dass ich Abends recht müde ins Bett falle. Das sagt mir, dass ich den Tag über gut genutzt habe. Bisher war es eher so, dass ich nicht müde genug zum Schlafen, aber auch nicht energiegeladen genug zum arbeiten war. Folge: Youtube-Zeitvernichtung. Ich kann also nur empfehlen die Arbeit am Morgen etwas zu bündeln.

Bericht zur Lage des Verkaufs

Die Woche lief nun wieder besser. Mehr und mehr Nachschub traf ein und so kamen wieder Zahlen deutlich jenseits der 1000€ Umsatz/Woche Grenze heraus. Deutschland allein brachte fast 1200€ zusammen. Das Ausland performed noch immer nicht richtig und kommt nur auf 400€. Also: so mittelprächtig.

News von Amazon: Bis auf weiteres keine Mindestverkaufsgebühr

Amazon hat bisher eine Mindestverkaufsgebühr (meist so um die 50Ct) verlangt. Diese entfällt nun. Amazon schrieb

[…]um Sie dabei zu unterstützen, mehr Produkte anzubieten, die Kunden
schätzen, schaffen wir die Mindestverkaufsgebühr für alle bei Amazon.de
verkauften Artikel ab. Ab dem 1. September 2017 zahlen Sie die
entsprechende Verkaufsgebühr auf den Gesamtverkaufspreis, den der Käufer
bezahlt, einschließlich der Kosten für Versand oder Geschenkverpackung.[…]

Die Punkte mit den Versandkosten und der Geschenkverpackung machten mich stutzig. Als FBM Händler mag das angehen, dass Amazon von „Upsell“ Leistungen einen Teil ab will. Bei FBA Händlern verbleiben diese Anteile jedoch sowieso bei Amazon. Hierfür noch drauf zu legen, wäre ungerechtfertigt. Hat von euch dazu einer Infos? Ist das bisher auch schon so (was gut sein kann) oder ist das im Text nur unvollständig formuliert? Amazon hat auf eine Rückfrage dazu bisher nicht geantwortet.

Der Blick in die Zahlen – Verluste!?

Mein Steuerberater hatte das Q2 für mich aufgearbeitet und mir die Zahlen zukommen lassen, damit ich die Vorsteuer ans Finanzamt abführen kann. Soweit so gut. Als ich aber die aktuelle Gewinn und Verlustrechnung anschaute, staunte ich nicht schlecht, dass dort ein (beachtliches) Minus für das zweite Quartal stand. Und das Ergebnis für das Laufende Jahr war dadurch ebenfalls überschaubar. Wie kann das sein!? Schließlich schreibe ich ja regelmäßig über die Umsätze und Gewinne.

Nun zu aller erst muss mit einer Unsauberkeit aufgeräumt werden. Bei der Betrachtung zum FBA Verkäuferlevel spielt immer nur der Umsatz des Monats und die dazu angefallenen Werbungs-, Versand- und Einkaufskosten eine Rolle. Nicht betrachtet werden dabei Kosten wie z.B. Einkauf neuer Waren die erst in der Zukunft geliefert werden, Teilnahme an Veranstaltungen wie z.B. die AMZCON oder die Creative World etc.

Insbesondere Kapital was in Ware gebunden wird, ist in der einfachen GuV ein Verlust. Das sind aktuell bei mir allein ca. 4000€. Im zweiten Quartal kam z.B. die Rechnung für den Import der Ware aus den USA. Eine solche Order liegt mit Frachtkosten, Ware und Zoll/Steuern schnell bei 5-10T Euro. Das Geld was aktuell erwirtschaftet wird geht immer wieder direkt in neue Ware. Und wenn das nicht reicht für einige Projekte, dann schieße ich noch was hinzu. Soviel zum Thema „Ab wann kannst du davon leben?“. Wenn am Jahresende ein Gewinn nach Steuern von >30000 dann kann man drüber nachdenken. Wobei selbst das noch nicht so prall ist.

Soweit von mir. Wie sieht denn bei euch so die GuV Rechnung aus? Entnehmt ihr schon, oder legt ihr noch dazu?
Ich habe diese Woche noch Fortschritte beim Design des neuen Produkts gemacht. Werde dazu aber beim nächsten Mal mehr schreiben. Im Grunde genommen bin ich seit diesem WE mit dem Design fertig und auch sehr zufrieden. Es gibt noch eine Verpackung zu designen, aber ich möchte meinen Produzenten möglichst nächste Woche das Design zeigen, ob potentielle Probleme zu identifizieren.

14 Gedanken zu „Versand durch Amazon #97: Verluste!?

  1. Clemes

    Hallo Kevin,

    ich verfolge schon etwas Länger deine Beiträge und mir gefallen sie wirklich sehr gut. Vor allem deine Kontinuität.

    Ich bin nun seit September 2016 mit Amazon FBA angefangen und habe auch seit dem mein erstes Produkt online (mittlerweile ca. 6 Produkte, wobei viele davon aktuell out of stock sind und 5 weitere in Produktion + versch. Varianten).

    Bin mit 5.000 € Startkapital im September 2016 angefangen und habe dieses Jahr bereits 200.000 € Umsatz gefahren. Im letzten Jahr waren es ca. 24.000 € – womit ich natürlich niemals gerechnet hätte. Die Zahlen hören sich super an, aber man darf NIE vergessen, dass, wenn man wachsen will, das Geld immer und immer wieder reinvestiert werden muss. Im letzten Monat (Juli) hatte ich z.B. 35.000 € Umsatz bei 8100 € Gewinn – lt. Marketplace Analytics. Der Betrag müsste dann natürlich noch mit der Einkommensteuererklärung versteuert werden, da Einzelunternehmen. Ich zahle mir aktuell kein Gehalt und ziehe auch kein Geld daraus, weil ich aktuell Student (dual) bin und mit meinen 800 € im Monat gut zurechtkomme. Und wenn ich dann von meinen 800 € nochmal was übrig haben sollte am Ende des Monats, werden auch diese wieder investiert.

    Ich versuche meine Ausgaben relativ hoch zu halten um möglichst keine Einkommenssteuer am Ende des Jahres zahlen zu müssen. Deshalb immer und immer wieder nachbestellen, neue Produkte sourcen und weitere Projekte an laufen halten.

    Würde ich mir aber ein Gehalt zahlen, könnte ich niemals so schnell wachsen und auch nicht einfach Produkte testen.

    Meine Devise: Jetzt, wo ich noch mit wenig Geld klar komme, versuchen zu wachsen um später die Früchte zu ernten. Natürlich besteht ein Risiko, dass sich meine Produkte nicht mehr verkaufen – aber davon gehe ich natürlich erst mal nicht aus. Aktuell bespiele ich nur die Amazon.de Plattform. Möchte, nach den ganzen Klausuren 🙁 – auch die anderen Marktplätze von Amazon aktiv bespielen (ES; FR; IT; UK) um dort auch noch den ein oder anderen Sale zu generieren. Vielleicht auch eBay.de und real.de – es steckt auf jeden Fall viel Potential im Online-Handel, aber auch sehr viel Arbeit. Vor allem, wenn man „Alleinkämpfer“ ist wie Du und Ich.

    Besten Gruß

    Clemens, 21

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    1. admin Beitragsautor

      Cool, bei dir scheint es ja richtig gut zu laufen. In welcher Kategorie bist du mit deinen Produkten? Hast du was spezielles mit denen gemacht, oder kaufst du Whitelabel direkt vom Hersteller ohne Anpassungen?

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        1. admin Beitragsautor

          Kannst du was zu Kategorie (Küche, Büro, Sport,Nahrung etc) sagen und zu deinen Margen/Faktoren (Einkaufspreis, Verkaufspreis, Anzahl Einheiten pro Order)? Nutzt du Schiff oder Flugzeug?
          Brauch keine Produktnamen, kann ruhig anonym sein. Geht mir mehr darum zu verstehen wie du so schnell den Durchbruch geschafft hast.

          Antworten
          1. Clemens

            Klar gerne

            Ich habe insgesamt 2 Marken gegründet (auch beim DPMA), die eine geht eher in die Richtung Ordnung/Verstaumöglichkeiten – die andere ist eher eine Sommernische mit „Eisprodukten“- wird also jetzt wieder etwas abschwächen.

            Die erste Charge importiere ich immer via AIR, damit ich schnell testen kann ob das Produkt läuft oder nicht. Wenn ich merke, dass sich das Produkt gut verkauft wird die nächste Bestellung gesplittet (AIR/SEA). Wenn das Produkt beständig ist wird nur noch via SEA importiert. Hat bisher gut geklappt. Natürlich mal hin und wieder out of stock… aber okay 🙂

            Und ich lasse direkt ins Amazonlager liefern. Nur bei der ersten Lieferung schaue ich mir die Ware genauer an.

            Die Margen sind sehr unterschiedlich. Einige Produkte bei 1,5 € , andere bei 10 €. Also ich nehme so meist den Faktor Einkaufspreis x 3-4… Hat bisher immer ganz gut geklappt (FBA-Rechner sei Dank von seitengasse). Und komischerweise kaufen die Leute eher teure Produkte als „günstige“.

          2. admin Beitragsautor

            Das klingt solide.
            Wie groß sind denn deine Testorders (Anzahl), was legst du da üblicherweise bei der ersten order hin (invest, grob) und was kommt da für dich noch an Transportkosten so im Schnitt dazu?
            Bestellst du beim Test direkt schon angepasste Variante oder erstmal ein Whitelabel produkt? Wie stark änderst du das Produkt noch ab? Nur logo und Verpackung oder tatsächlich auch Änderungen an den Eigenschaften des Produkts?

          3. Clemens

            Meine Testorders sind ziemlich unterschiedlich. Mal 200, 500, 1000 – je nach Preis.

            In der Regel 1500 USD – 2500 USD + 1300-1800 Euro Airfreight. Also schon relativ hoch. Aber dennoch akzeptabel.

            Ich bestelle immer private label – sprich angepasste Produkte und angepasste Varianten inkl. Logo etc.

          4. admin Beitragsautor

            Also du läßt dich da nicht lumpen. Deine Airfreight Raten sind aber recht hoch (oder ist das Zoll/EinfuhrUSt mit dabei?). Airfreight an sich bei mir (aus USA) ist pro Palette <900€.

          5. Clemens

            Also airfreight geht ja immer nach Volumen. Zoll/Einfuhr ist noch nicht mit dabei. Aber wenn dann 2-3 Paletten kommen, wirds halt so „teuer“.

          6. admin Beitragsautor

            Also ich war von den Raten bei Kühne+Nagel überrascht. Keine Ahnung ob du bei denen schon mal angefragt hast, aber ich komme mit denen aktuell sehr gut zurecht. Die haben überall Büros mit Ansprechpartnern und können auch „Umpackaktionen“ machen, wenn mal was mit der Lieferung nicht funktioniert.
            Ein Angebot einholen kostet ja nix.

  2. Markus

    Hey. Ich habe vor einigen Monaten einige Artikel von dir gelesen.
    Du hast mich echt motiviert. Ich schreibe nun selber jede Woche einen Artikel.

    Bis jetzt habe ich keinen gepostet.
    Es hilft mir ausschließlich mich zu organisieren und mehr zu leisten.
    Ich analysiere die Woche und stelle Pläne für die nächste auf.

    Dadurch denke ich viel mehr nach und strukturiere meine Ideen.

    Danke, dass du die Artikel schreibst!

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    1. admin Beitragsautor

      Das ist ja mal ne interessante Idee. Ich führe eine „Fortschrittstagebuch“ auch abseits dieses Blogs (der Blog macht es einem aber leichter sich zu erinnern was los war).
      Da ich im nachhinein erst schreibe fehlt bei mir etwas der Planungsaspekt. Aber ich find deinen Ansatz gut. Bleib am Ball und Danke für das positive Feedback.

      Antworten

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