Private Label Plan

Versand durch Amazon #19: Private Label Plan

Woche 19 des Versand durch Amazon Logbuchs. Das Geschäft tickt wie ein Uhrwerk (ein kleines) und trotz kleinen Ablenkungen habe ich Zeit mir Gedanken über das Private Label Projekt zu machen.

Bericht zur Lage des Verkaufs

Diese Woche war unspektakulär. Mittlerweile traditionell hatte ich am Freitag wieder einen 0-Tag. Dafür lief die restliche Woche gut. Vor einem Monat (Woche 15) hatte ich eine Testlieferung zu Amazon geschickt um herauszufinden, ob Kunden bereit sind für PRIME Artikel mehr zu bezahlen. Das Ergebnis ist: Ja. Und da ich aktuell einen guten ROI mit dem Testprodukt mache, schicke ich nächste Woche die doppelte Menge zu Amazon, denn der Artikel war zwischenzeitlich ausverkauft.

Mein Private Label Plan

Ich habe die Warenproben einige Zeit begutachten und testen können. Nur zwei der 5 Firmen mit denen ich verhandelt hatte, haben mir ein akzeptables Angebot bezüglich MOQ gemacht. Wobei akzeptabel in diesem Fall bis zu 6x mehr als gewollt heißt. Einige wollten 20x größere Orders als ich angefragt hatte. Für stehen nun 3 Punkte an:

  1. Risikominimierung und Quantifizierung
  2. Launchplanning / Verkaufsstart Vorbereiten

Was heißt das?

Unter Risikominimierung und Quantifizierung fallen Fragen wie

  • Mit welchen Kosten muss ich zusätzlich rechnen? (Fracht, Zoll/Steuern, Versicherung, Warenumschlag, Inspektion etc)
  • Wie stelle ich sicher, dass die Ware bei Amazon verkaufbar ankommt? (Inspektionsdienstleiter, Korrekte Verpackung, Labeling aufgebracht, Frachtdienstleister mit FBA Erfahrung)
  • Kann ich die MOQ auf verschiedene Produkte/Styles aufteilen um nicht alles auf eine Karte zu setzen?
  • Welche Preise werden sonst im Markt für vergleichbare Produkte aufgefahren (auch außerhalb Amazon)?

Der zweite Teil betrifft alle Aspekte die vor dem eintreffen der Ware, teilweise sogar vor dem produzieren der Ware geklärt sein müssen. Also:

  • Woher bekomme ich meine EAN Nummern? (Auch wenn ich statt dessen die SKU aufdrucke, benötige ich die Nummern für das Listing)
  • Woher bekomme ich Bilder für mein Listing?
  • Wie lange dauert Produktion und Transport und will ich Teile der Lieferung schneller erhalten?
  • Wie kann ich Leute für mein Produkt gewinnen, bevor das Produkt bei Amazon liegt?
  • Wer könnte Interesse an größeren Mengen meines Produkts haben? (Zielgruppe)
  • Ist der Verkauf neben Amazon in diesem Fall für mich eine Option?

Meine Priorisierte Todoliste

  • Top Prio
    • Verhandlung mit Hersteller über
      • Packaging (Bundles erstellen möglich?)
      • Incoterms (Lieferung zum Schiff benötigt, FOB),
      • Labeling (Hersteller soll das machen),
      • Reporting (Bilder oder Videos vom Produkt, Zwischenprodukt)
    • Frachtdienstleister finden
      • Erfahrung mit Import & Amazon (Amazon darf im Importprozess selbst keine Rolle spielen)
      • Fullservice Preis (Zollabfertigung, Einschiffen, Ausschiffen, Überfahrt, Transport zu Amazon, und alles was sonst benötigt wird.)
      • Wie günstigsten Transport zu verschiedenen Lagerhäusern managen?
  • Medium Prio
    • MOQ (Aufteilung auf verschiedene Desings?, Welche?)
    • Listing erstellen (Rohformat)
    • Design finalisieren
      • passendes Format für Hersteller
      • Alle Markierungen/Kennzeichnungen
    • Launch-Website/Flyer erstellen
    • Inspektionsdienst beauftragen
  • Low Prio
    • Listing schön machen
    • Launch fahren
      • FB-Werbung
      • Persönliche Ansprache?

Wie ihr seht, habe ich vor potentielle „Großkunden“ (d.h. Kunden die das 10, 20 oder 50fache eines normalen Amazon-Kunden kaufen wollen) gezielt anzusprechen und zu versuchen ihnen die Ware direkt zu verkaufen. Vorteil wäre, dass ich den Preis senken könnte (da Amazon nicht involviert ist) und ich trotzdem eine noch größere Marge hätte. Falls es mir gelingt muss ich mir überlegen, ob es Sinn macht ein getrenntes Fullfilment-Center zu nutzen, die Wahre selbst zu verschicken oder Amazons-Fullfilment Angebot zu nutzen.

Ich hoffe bei euch geht es voran. Schreibt mir in die Kommentare was ihr von meiner Todoliste haltet und ob ich etwas grundlegendes Vergessen habe. Falls ihr Lösungen/Erfahrungen für einzelne Punkte auf der Liste habt, wäre ich natürlich auch interessiert.

Viel Erfolg in der nächsten Woche!

15 Gedanken zu „Versand durch Amazon #19: Private Label Plan

  1. neimles

    mit keinem wort erwähnst du produkhaftung, produkthaftpflicht, tests für lebensmitteleignung usw….

    hast du das alles am radar? du bist als importeur inverkehrbringer und damit voll in der produkthaftung!

    einfach mal so schnell 1000 einheiten in 10 kartons importieren ist halt nicht in der EU…..

    Antworten
      1. neimles

        das interessiert die chinesen unter einer abnahme von mindestens einem container voll gar nicht.

        du bist der importeur, du musst in deutschland und in der EU nachweisen, dass dein produkt ungefährlich und lebensmitteltauglich ist.

        du musst die tests bei tüv rheinland oder bureau veritas beauftragen, das kostet pro material und farbe ca. 1000 euro. also besteht dein produkt aus 3 materialien und hat 3 farben bist du schon 9000 euro los.

        dazu kommen produktkennzeichnungen am produkt selbst (material, usw….), die du dem chinesen vorschreiben solltest.

        am besten googlest du mal deine pflichten als inverkehrbringer nach bevor es zu spät ist. ein aufmerksamer konkurrent reicht und du bist ruiniert.

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        1. Tobias

          Geht es bei den ganzen FBA Sachen nicht eher um Knoblauchpressen, Tierspielzeug etc. Ich kann mir kaum vorstellen dass da die Anforderungen so hoch sind, wenn man Produkte sourced die keine CE Kennzeichnung oder ähnliches brauchen.

          Zumindest sehe ich das so und will deswegen auch keine Elektroartikel oder Nahrungsergänzungsmittel verkaufen, auch wenn hier die Margen sicherlich größer sind.

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          1. neimles

            und genau da liegt dein denkfehler, oder willst du ne knoblauchpresse zuhause haben die giftige stoffe in dein essen abgibt?

            aber egal, auch wenn sich der chinesische hersteller an alle europäischen standards hält, du als importeur musst das nachweisen können.

    1. Stefan

      Neimles hat Recht! Er ist übrigens der erste, von dem ich so etwas lese. Ich vermute die Jungs auf Amazon sind unwissend oder ignorieren die Risiken. Ich war bereits vor einem Jahr, als in D noch keiner davon sprach, kurz vor dem Start eines FBA business. Ich habe mich umfangreich juristisch beraten lassen und danach die Finger davon gelassen. Es gibt keine Möglichkeiten, die Produkthaftungsrisiken ökonomisch loszuwerden (die von Neimles angeführten Kosten fallen theoretisch für JEDE Charge erneut an!). Da hilft auch keine GmbH, da Durchgriffshaftung greift. Durch die Produktwahl kann man die Eintrittswahrscheinlichkeit reduzieren, der Schadensumfang kann aber schnell existenzbedrohend werden, selbst für Leute mit 7 stelligem Kapitalpuffer. Falls jemand eine Lösung kennt, immer her damit!!!

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      1. admin Beitragsautor

        Hi Stefan, was mich dabei jedoch wundert sind die diversen Importgeschäfte die es schon seit Jahrzehnten gibt. Auch die haben früher schon Waren aus der ganzen Welt importiert und an Trödelläden/Resterampen etc. verkauft. Und ich glaube nicht, dass „Meier-Schulze Import Export“ mit viel Kapital gestartet ist.
        Einziger unterschied zu früher ist, dass wir jetzt mit Amazon einen viel(!) besseren Absatzkanal haben.

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  2. Leon

    Hi Kevin,

    ich möchte mir gerade ein Muster bestellen und stehe mit dem Händler/Hersteller aus China in Kontakt. Auf meine Frage, wie der Prozess beim Kauf eines Musters aussieht, hat der Händler mir seine Paypal e-Mail-Adresse gegeben. War der Vorgang bei dir ähnlich: sprich, du hast dem Händler die Shipping Cost einfach via Paypal überwiesen und hast dazu Angaben zum Zweck und zur Adresse gemacht?

    LG
    Leon

    Antworten
    1. admin Beitragsautor

      Nein, ich hab samples von 6 Herstellern/Händlern angefragt und habe die zu einem Cosolidation Service geschickt und von dort zu mir. Steht beschrieben bei Woche 10 und 12.

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      1. Tobias

        Also ich hab mir die Samples direkt vom Hersteller schicken lassen und diese auch mit PayPal bezahlt. Vorher hab ich noch alles andere bzgl. MOQ und weiteren Besonderheiten geklärt, sowie meine Anschrift angegeben.

        Das lief alles ohne Probleme ab und dich hatte meine personalisierten Samples nach 14 Tagen auf dem Schreibtisch liegen.
        Bei meinen drei Herstellern lief das im Groben ähnlich ab.

        Grüße
        Tobias

        Antworten
  3. Alani

    Kurze Frage: um ein komplettes Angebot zu erhalten, wollen die supplier immer eine Postleitzahl für den Versand von mir wissen. Was gebt ihr da an, von einem der Amazon Lager? Ich kapier das nich nicht ganz, wohin die wäre dann geschickt wird – kann man das selbst bestimmen über den seller Account?

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    1. admin Beitragsautor

      Das ist eigentlich nebensächlich. Ich wohne nicht neben dem Flughafen/Hafen und Amazon steht auch nicht direkt am Hafen. Deshalb gehe ich davon aus, dass die Kosten für beides gleich wäre. Die brauchen nur eine PLZ um ihre Software damit zu füttern um Preise zu kalkulieren. Am Ende, wenn du sie wirklich beauftragst, dann kannst du immer noch eine andere Adresse angeben. Und bis dahin solltest du mit deinem Transporteur das Thema „Lieferung zu Amazons Lager“ schon besprochen haben. Für einen ersten Kostenvoranschlag brauchst du das aber nicht zu ernst zu nehmen.

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      1. Sven

        Hallo,

        ich bin auch dabei ein FBA Business aufzubauen und muss feststellen, dass gerade die Haftung ein großes Thema ist, was allzuoft überhaupt nicht argumentiert wird. Dabei kann solch ein Verstoß schnell mal 100.000 Euro kosten und davon abgesehen machst du dich unter Umständen auch noch strafbar. Vor dem Hintergrund ist das mit Abstand wichtigste bei der Prioritäten, dass du sicherstellst, dass du NICHT gegen EU Richtlinien als Inverkehrsbringer verstößt.
        Auch Zertifizierungen des Herstellers kannst du dich da übrigens auch nicht verlassen, da musst du schon vorher prüfen ob diese überhaupt richtig sind zB indem du bei dem Institut anfragst über das der Test erfolgte und allgemein prüfst ob das Institut berechtigt ist diese Tests überhaupt durchzuführen.
        Das Problem daran ist, wie bereits erwähnt, dass du das für jede Lieferung sicherstellen musst. Es reicht nicht aus, das einmalig zu tun. Insofern lohnt es sich erst bei großen Bestellungen – dann sind die Kosten im Verhältnis nunmal vernachlässigbar.
        Aber wie es bei kleineren Mengen ausschaut das wüsste ich auch gerne. Zumal Rechtsstreitigkeiten mit China über internationales Handelsrecht allgemein schwierig werden dürften. Aber hier kenne ich mich leider nicht ausreichend aus.

        Viele Grüße
        Sven

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        1. admin Beitragsautor

          Hi Sven,
          deine Punkte sind alle Richtig. Deshalb habe ich das Produkt bis auf weiteres auch zurück gestellt, da ich mir nicht mehr klar war, was ich an Geld da rein investieren muss. Eventuell muss man da bereits anfänglich größere Orders platzieren, damit der Testaufwand sich lohnt. Also sich mental darauf vorbereiten, dass man 6-8Monate Warenbestand kauft, und nicht nur 3.

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