Versand durch Amazon #92& #93 – Markenanmeldung und Design bei Cocktails

Nach einer Woche Auszeit melde ich mich heute wieder zurück mit Neuigkeiten von der Private Label Operation – Ich habe meine Markenanmeldung eingereicht. Urlaubsbedingt kam ich letzte Woche nicht zum bloggen. Und die vielen Cocktails, Vive-Sessions, Kicker und Billardspiele haben ihr übriges dazu getan, dass ich auch wenig hätte schreiben können. Allerdings kann ich euch natürlich den Blick auf die Zahlen noch nachreichen.

Bericht zur Lage des Verkaufs

Meine erste Urlaubswoche verlief wie die vorherigen sehr gut. Deutschland war wieder sehr stark – jedoch schwächelten erneut die anderen Länder. Es war wie in der vorherigen Woche: Wenn die anderen Marktplätze so performt hätten wie im März wäre das eine sensationelle Woche geworden. So lieferte Deutschland mit über 1800€ Umsatz ein sehr gutes Ergebnis ab – die anderen Länder kamen aber allesamt nicht über die 300€ Marke. Mit knapp unter 2600€ war es aber trotzdem eine neue Rekordwoche.

Die folgende (also letzte) Woche war hingegen schwächer. Deutschland „brach“ auf unter 1050 Euro ein. Das Ausland legte zwar zu, aber nur genug um den Rückgang aufzufangen. Mit unter 2000€ Umsatz (ca. 1850€) war diese Woche also wieder deutlich schwächer als die voran gegangenen.

Private Label Fortschritte

Letzte Woche konnte ich mich dann endlich durchringen und die Markenanmeldung durchführen. Warum ich das so lange herausgezögert habe, kann ich selbst nicht einschätzen.

Bevor ich die Anmeldung gemacht habe, habe ich einen Plan aufgestellt mit Tätigkeiten und geschätzten Kosten (z.B. falls ich die Tätigkeit Outsource). Da ich denke, dass diese Überlegung immer wieder ähnlich ausfällt, zeige ich euch die einfach mal:

Markenanmeldung

Nachdem ich mir irgendwann selbst nicht mehr erklären konnte wieso ich diese Markenanmeldung nicht mache, habe ich mich einfach hingesetzt und es gemacht. Da ich auf den verschiedenen europäischen Marktplätzen handeln will ist es am sinnvollsten für mich eine „Unionsmarke“ anzumelden. Das macht man am besten direkt über das EUIPO. Was ihr dazu braucht ist:

  • Die Marke (entweder Wortmarke (ein Wort), Bildmarke (zB. Logo), oder eine Kombination, Man könnte auch eine 3D Form anmelden. z.B. die CocaCola Glas-Flasche ist so eine Marke)
    Die Marke solltet ihr vorher prüfen. Dazu gibt es das Tool TMView (Europäische Marken; ohne DE!?) sowie DPMAregister (Deutsche Marken). Nutzt insbesondere die Wildcards in der Suche und schaut euch an ob es Marken gibt die eurer Gefährlich werden könnten.
  • Welche Klassen ihr eintragen wollt. Das „Fastpath-Tool“ des EUIPO hilft euch bei der Selektion. Welche Klassen was beinhalten könnt ihr im Tool TMclass herausfinden.
    Eine einfache Möglichkeit ist nach einer bekannten Marke in eurem Segment zu suchen und zu checken welche Marken die angemeldet haben.

Nachdem ihr euch die obigen Daten recherchiert habt, geht ihr zum EUIPO (Amt der Europäischen Union für geistiges Eigentum), genauer zu deren dortigen Online Anmeldeformular. Der Wizard leitet euch dann bequem durch den Anmeldeprozess. Nach ca. 20-30 Minuten schickt man dann seine Anmeldung ab/reicht diese ein. Der Bezahlvorgang ist allerdings bei mir etwas hakelig gewesen. Deshalb habe ich statt der Onlinebezahlung den Betrag direkt an das Konto des EUIPO hinterlegt. (Kleiner Tipp: Gibt man an „Ja ich habe bezahlt“) bekommt man danach die Empfangsbescheinigung in PDF Form. Dort sind dann nochmal die Banktransfer-Instruktionen genau hinterlegt (also wie viel wo hin überwiesen werden soll, und welcher Zweck verwendet werden sollte). Warum man das nicht vorher anzeigt, ist mir nicht klar.

Was euch sicherlich interessiert sind noch die Kosten. Eine Unionsmarke kostet für eine Warenklasse (Nizzaklasse) 850€. Für 2 Klassen zahlt man 900€. Eine Anmeldung in Deutschland liegt bei ca. 300€, umfasst dann aber bis zu 3 Klassen.

Verpackungsdesign

Außerdem fand ich die Zeit etwas an der Verpackung für mein Produkt zu arbeiten. So habe ich zumindest einen ersten Wurf. Allerdings sind die Arbeiten noch lange nicht fertig. Mein Zögern bei der Markenanmeldung ist auch hierbei nicht hilfreich – könnte doch ein Einspruch bei der Anmeldung dazu führen, dass ich das Design nochmals überarbeiten muss.

Beim Design gibt es dann auch immer Kompromisse zu beachten:

  • Mehr Farben bedeuten mehr Kosten (Neue Kosten = Alte Kosten + X)
  • Jede Variante mit einem eigenen Design versehen? Multipliziert die Kosten!
    (Neue Kosten = Alte Kosten * Anzahl Varianten)

Ich werde deshalb erstmal mit einem einfachen Design für alle Varianten anfangen. Falls das Produkt sich gut verkauft (und damit das Risiko des Investments niedriger ist), werde ich darüber nachdenken für jede Variante eine Verpackung zu designen.

Soweit von meiner Seite. Ich hoffe ich konnte euch etwas interessantes berichten. Nächste Woche gibt es wieder die nächsten Infos.

7 Gedanken zu „Versand durch Amazon #92& #93 – Markenanmeldung und Design bei Cocktails

  1. Bernd Glückert

    In einem reinen FBA-Blog MÜSSEN detailliertere Information zur Amazon-Brand-Registry rein, insbesondere bzgl. des erforderlichen Registrierungsstaus und dass von Amazon nur Wortmarken akzeptiert werden.

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    1. admin Beitragsautor

      Hi Bernd. Danke für den Auftrag. Da ich selbst noch nicht die Brand-Registry gemacht habe, steht auch noch nichts da. Habe aber auch diese Woche auf dem Stammtisch nochmal gehört, dass Wortmarken „the way to go“ sind. Wobei ergänzend (und nicht mit Bezug zur BrandRegistry) auch Logos sinnvoll sein können.

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  2. bastian

    Thema Anmeldung. Wenn Du an der Brandregistry bei Amazon interessiert bist, hoffe ich, dass Du eine Wortmarke angemeldet hast. Bisher nehmen Sie nur die an. Zudem braucht Amazon immer noch einen Vertreter bei der Anmeldung. Es gab in den FB-Gruppen ein paar Leute die sich angeboten haben sich kostenlos als Vertreter eintragen zu lassen.

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    1. admin Beitragsautor

      Das habe ich auch gehört und finde ich recht seltsam. Wieso kann man seine eigene Marke nicht selbst vertreten? Aber gut – Amazon denkt sich halt immer was aus.

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  3. Oliver

    Hi Kevin,
    Hast du die Markenanmeldung ohne Anwalt gemacht? Ich hatte ähnliches vor, mich dann aber umentschieden. Zum Glück, denn Amazon hat letzt die Spielregeln geändert. So wie ich es verstanden habe wird bei der Amazon Brand Registry eine VOLL registrierte Marke benötigt (Status „Eingetragen“) + eine Person, die die Marke verifiziert. Also quasi ein Anwalts oder Notar Zwang. Bei mir läuft gerade die 3 Monatige Einspruchsfrist der Marke. Das ist in wenigen Wochen erledigt und dann kann ich die Marke bei Amazon registrieren. Da es eine Dachmarke wird ist mir das Thema super wichtig. Danke für die Infos zu deinem Vorgehen. Mit den besten Empfehlungen Oliver

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  4. Manfred Oestreich

    Hallo Kevin,
    für mich als Neuling (bin noch Producttracking, Recherche usw.) stellt sich die Frage, brauche ich für den Start wirklich eine Marke oder reicht erstmal mein Firmenname? Wenn ich als Beispiel eine Knoblauchpresse nehme, da muss ja nicht unbedingt eine Marke draufstehen. Klar, wenn ich dann eine ganze Ausrüstung für die Küche herstellen lasse (irgendwann mal vielleicht), wäre vielleicht eine Marke nicht schlecht.
    Würde mich echt interessieren, wie Du das siehst.
    Gruß, Freddy

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    1. admin Beitragsautor

      Hi Manfred. Das ist kein Muss. Aber um bei deinem Beispiel zu bleiben: Es gibt (vermutlich) kein Produkt was du als Anfänger Sourcen kannst, was andere Anfänger und vor Allem chinesische Kollegen nicht auch sourcen können. D.h. mit einem generischen Produkt kann man sich easy auf dein Listing setzen und dir die Buybox klauen.
      Wenn du ein richtig tolles Produkt gefunden hast und eine Möglichkeit findest das zu verbessern, dann passieren meistens zwei dinge:
      1. dein Hersteller will von dir etwas mehr Investment (höhere MOQ wegen Sonderanfertigung)
      2. du hast so viel Zeit investiert in Produkt und Kommunikation mit Hersteller, dass du da keine Nachahmer auf dem produkt haben willst.
      Diese zwei faktoren bewegen dich dann meist von allein in Richtung Anmeldung.

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