Versand durch Amazon #69 – Messebesuch

Eine sehr interessante Woche ging gestern zu Ende. Erstmals war ich als Unternehmer bei einer Messe. Dabei sah es anfangs fast so aus, als ob ich krankheitsbedingt zu Hause im Bett bleiben musste.

Bericht zur Lage des Verkaufs

Die vergangene Woche zeigte erstmals Spuren von besseren Verkäufen. Ich machte in Deutschland fast doppelt so viel Umsatz wie in der Vorwoche (also knapp über 600€). Die Verkäufe im Ausland lagen mit knapp unter 190€ auf dem Niveau der Vorwoche. Die Woche verlief also wieder etwas besser und so konnte ich mich auf die Heilung meiner Erkältung konzentrieren.

Aus dem Wochenende kam ich mit roten Augen und einer sehr rauen Stimme. Da ich allerdings meinen Flug nach Frankfurt nicht verpassen wollte, war krank machen keine Option. (Da sieht man, dass so ein Nebengewerbe für den Arbeitgeber auch von Vorteil sein kann…) Ich minimierte die Zeit im Büro auf das nötigste, nahm immer schön meine Pillen und ging vom Büro direkt unter die heiße Dusche und danach ins Bett. Ab Dienstag ging es langsam wieder aufwärts und am Freitag klang ich zwar nach wie vor schlecht, war aber putz munter. Gerade rechtzeitig für meinen Flug zur Messe.

Messebesuch auf der PaperWorld und CreativeWorld

Ich quartierte mich in einem Hostel am Hauptbahnhof ein und startete Samstag früh zur Messe. Am Freitag Abend gab es ein Briefing mit meinem Londoner Mastermind Kollegen. Dabei viel mir auf, dass ich einen Fehler beim Einpacken gemacht hatte:

Fehler Nummer 1

Ich hatte vergessen einen Rucksack mit zu bringen. Der ist nicht nur hilfreich, wenn man Getränke/Snacks auf die Messe nehmen will (die Preise sind höher als in Restaurants!) sondern auch um Werbematerial, Samples und Kataloge zu verstauen. Zum Glück war mein Kollege so freundlich mir einen Rucksack mit zu bringen. Nebenbei: Die alten Hasen bringen keinen Rucksack sondern kleine bis mittelgroße Trollies (4-Rollen) mit. Damit geht es noch entspannter über die Messe.

Kurz nachdem die Messe ihre Tore öffnete (9Uhr) war ich auch schon drin. Ich hatte 2h bevor mein Kollege aus der Mastermind-Gruppe aus London eintraf. Ich hatte mir vorgenommen, in dieser Zeit mir einen Überblick über die Messe zu verschaffen. Dazu kam es nicht. Bereits bei den Internationalen Herstellern in Halle 1 blieb ich mehrfach hängen und unterhielt mich mit den dortigen Herstellern.

Fehler Nummer 2

Ein dummer Fehler meiner Seits war es jedoch, dass ich keine Visitenkarten für meinen Amazon-Handel habe. Das „unprofessionelle Gefühl“ nahm später am Tag ab, da ich vorgeben konnte alle Visitenkarten bereits ausgegeben zu haben. Nunja. Ein Problem war das nicht wirklich, denn die Vertreter hatte alle meist Gesprächsprotokolle in denen ich meine Daten einfach selbst eintrug.

Nach zwei Stunden hatte ich gerade einmal eine Runde um den ersten Floor von Halle 1 gemacht. Dabei sah ich auch einen Stand der vom Zoll gefilzt wurde. Ich lief dann zum Eingang wo mein Kollege mit seiner Frau ankamen und wir gingen in Halle 3 auf Suppliersuche. Dabei kam es uns zu Gute, dass ich aus den ersten 2h bereits Infos von den Chinesen hatte. So konnten wir die Preise, MoQ und Lieferzeiten vergleichen.

Was wir lernten

  1. 90% aller Hersteller auf der Messe bieten Private Label/Customization an. Interessant für mich war, dass es auch in Europa (Deutschland!) Firmen gibt die ausschließlich Private Label anbieten, also keine eigenen Marken vertreiben.
  2. Die Deutschen/Europäischen Hersteller sind nur unwesentlich teurer, können jedoch schneller liefern (man spart sich die Shipping-Zeiten)
  3. Man kann auch mit den großen Herstellern verhandeln. Jedes Geschäft ist willkommen.
  4. Will man Customizen und man bekommt die MoQ nicht zusammen gibt es immer noch die Möglichkeit zu fragen, ob man eine kleinere MoQ bekommt, wenn man Neutral/White Label nutzt. (Also kein Aufdruck, statt eigener Aufdruck)
  5. Die Kommunikation ist auf der Messe viel einfacher – vor Allem mit Chinesen!

Die Paper/Creative-World hat noch einen Vorteil: Die Werbegeschenke sind alle nützlich. Ich habe nun einige Whiteboard Marker, Stifte etc.

Was haben wir in den Interviews so abgefragt?

  1. MoQ/MoV (also Mindestbestellmenge bzw Mindestbestellwert)
  2. Customizationmöglichkeiten
  3. Preis bei MoQ inkl. Customization
  4. Lieferzeiten
  5. Produktionsstandort
  6. Verfügbare Zertifikate
  7. Art der Klienten mit denen der Hersteller sonst so arbeitet

Fazit

Ein Messebesuch ist absolut sinnvoll. Die Qualität der europäischen Hersteller und deren Preise können durchaus dafür sprechen das Sourcing auf solche Veranstaltungen zu verlagern und etwas vom China-Import weg zu gehen.

Soweit von mir. Ich hoffe ihr konntet etwas aus dem Beitrag mitnehmen – und wenn es das Mitbringen eines Rucksacks zur Messe ist. 😉

6 Gedanken zu „Versand durch Amazon #69 – Messebesuch

  1. Tobias

    Hi Kevin,

    mal wieder ein super Beitrag von dir.
    Ich werde Mitte Februar auch auf meine erste Messe als Unternehmer gehen. Die Ambiente in Frankfurt.
    Danke für den Tipp mit dem Trollie =)

    Gerade bin ich auch schon mitten drin bei einigen europäischen Lieferanten Samples zu bestellen. Die Vorteile die ich bis jetzt sehen kann:
    1.) Die Kommunikation ist schneller, da fast keine Zeitverschiebung.
    2.) Die Samples werden fast immer kostenlos verschickt.
    3.) Die MOQ ist niedriger und die Preise bei größeren Mengen ähnlich denen aus Fernost.
    4.) Geringe Versandkosten und -zeiten.

    Teilweise beginnen auch schon einige europäische Hersteller sich auf Alibaba listen zu lassen, was eine Suche einfacher macht, da man nach Ländern filtern kann.

    Viele Grüße
    Tobias

    P.S. kann es sein, dass die Funktionen
    “ Benachrichtige mich über nachfolgende Kommentare via E-Mail.“
    und
    „Benachrichtige mich über neue Beiträge via E-Mail.“
    nicht funktionieren? Das klicke ich immer an, aber eine Mail habe ich noch nie bekommen.

    Antworten
    1. admin Beitragsautor

      Hmmm…Das mit den Benachrichtigungen kann ich mir nicht erklären. Ist ja eine WordPress Standardfunktion. Aber du kannst den gesamten Blog an der Seite (rechts) abonnieren. Versuch das mal.

      Antworten
    2. Florian

      hi tobias,
      das klingt sehr interessant mit deinen europäischen herstellern. darf ich fragen wie du diese gefunden hast? einfach über google oder gibt es spezielle plattformen außer alibaba?

      danke und schöne grüße
      flo

      Antworten
      1. Anne

        Hallo zusammen! 🙂
        Auch mich würde interessieren ob es so etwas wie ein europäisches Alibaba gibt. Für deutsche Zulieferer kenne ich nur https://www.wlw.de/ aber gerade im Hinblick auf Hersteller in Osteuropa wäre eine europäische Alternative natürlich sehr interessant.
        Viele Grüße
        Anne

        Antworten
        1. admin Beitragsautor

          So eine Seite kenne ich aktuell nicht. Ich hab nur mitbekommen, dass so langsam auch Europäer auf Alibaba inserieren. Die Messen sind da noch deine beste Chance. Und du als Weltenbummler kannst vielleicht euch welche besuchen wo nicht jeder FBA Händler hinrennt. 😉

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