Versand durch Amazon #211: Ziele 2020 und das Übliche

Hallo und willkommen zurück zur 211ten Ausgabe meines Logbuchs. Diese Woche durfte ich mich mit dem üblichen Verwaltungskram rumschlagen, der zu Jahresbeginn ansteht: GS1 und Verpackungen. Außerdem möchte ich mal meine Ziele formulieren. Doch zuerst gibt es den üblich …

Bericht zur Lage des Verkaufs

Es gab zwei Überraschungen: UK verkaufte etwas und Frankreich war an einem Tag (Freitag) sogar stärker als Deutschland. Überraschend war vielleicht auf, dass Spanien in Summe nicht mal die 50€ geknackt hat. Das ist auch für Spanien zu schlecht.

Italien schwächelte mit 150€ ebenfalls. Nur Frankreich war mit 450€ auf Kurs. Deutschland war zwar mit <1500€ noch akzeptabel, aber auch nicht umwerfend. In Summe kamen so immerhin 2100€ zusammen. Allerdings ist der Januar fast schon traditionell schwach bei mir.

Neujahrs Aufgaben

Zwei Neujahrsaufgaben standen auf meiner Todo-List. Zum einen musste ich die GS1 bezahlen. Das ist die Truppe, welche EAN Nummern zur Verfügung stellt (die einzig legale). Die Rechnung kommt immer im Dezember aber die Bezahlung schiebe ich immer aufs nächste Jahr. Darf man nur nicht vergessen. Trello hilft mir da sehr.

Recycling

Die andere Aufgabe ist das beliebte Müll-Registrieren/Lizensieren. Meinen Vertrag mit usepack habe ich gekündigt und bin seit diesem Jahr bei Veolia. Usepack verkauft auch nur Veolia Lizenzen weiter und bietet ein recht simples user Interface an. Veolia hat da aber nachgezogen und ist nun mit dem Lizenzrechner sehr gut dabei und kostet nur die Hälfte!. Die Handhabung ist jedoch nicht typisch „internetstyle“ sondern etwas „Beamtenstube“. Anstatt dass man direkt und sofort bezahlt und die Lizenz + Rechnung zugeschickt bekommt (oder runter laden kann) wird erst im April (wenn die Anmeldephase durch ist) der Betrag vom Konto eingezogen und dann die Rechnung zugestellt. Zumindest das geht per Mail.

Wie finde ich heraus, welche Müllmengen ich verursache?

Ich habe mich sehr über mein Excel vom letzten Jahr gefreut. Der Prozess ist da drinnen Schritt für Schritt beschrieben. Ich musste nur die neuen Produkte nachpflegen und dort die Verpackungsmengen angeben. Die Auswertung basiert auf dem Amazon Tax-Report der alle Verkäufe und die zugehörigen SKUs enthält.

Lieferschwellen

Was ich ebenfalls gemacht habe ist, einen Blick auf die Lieferschwellen zu richten. Ich wurde plötzlich nervös, weil ich irgendwo etwas von 10.000€ gelesen hatte. Aktuell gibt es Entwarnung, die Grenzen sind bei mir noch nicht erreicht und in den meisten Ländern liegen sie bei 35.000€ die an private Kunden gesendet wurden.

Aber das wird sich ändern!!

Ab 2021 werden die Lieferschwellen für alle EU Länder auf 10.000€ abgesenkt! (Hier gibts Infos) D.h. ich muss mich dann in Frankreich und Italien registrieren! Spanien wird nicht lange auf sich warten lassen (aktuell 8.000€). Dieser Hirnriss macht am Ende wieder nur extra Arbeit. Verständlich, dass die Länder von den Steuern profitieren wollen. Aber wieso macht man da keinen Länderausgleich. Die Statistische Meldung wird doch eh gemacht. Aber Nein… die Händler haben ja nix zu tun….
Aktuell versuche ich heraus zu finden, wie das Ganze praktisch abläuft. Das das natürlich noch zusätzliche Kosten verursacht, versteht sich von selbst.

Was mir noch unklar ist: Nachdem ich die USt-ID eines Landes beantragt habe und in Amazon eingepflegt habe (damit die Rechnungen richtig erstellt werden), wie geht es dann weiter?
Wohin muss das Geld überwiesen werden (pro Land)?
Monatlich, quartals oder Jahresweise? Und wer kann/muss/darf so eine Steuererklärung machen? Wenn ihr Erfahrungen damit habt, sagt bitte bescheid. Die Uhr tickt.

Ziele

Letztes Jahr lief ja sehr gut und ich konnte meine Umsatzziele 2019 übererfüllen.
Außerdem wollte ich ein neues Produkt ins Sortiment aufnehmen. Das hat funktioniert, wenn auch anders als geplant: Dank einer Kooperation mit einem alten Bekannten konnte ich dieses Ziel erfüllen.

Und dieses Jahr? Hier nun meine Ziele für 2020:

  • Ich möchte dieses Jahr die 150.000€ Umsatz Marke knacken.
    Das sollte machbar sein, da wir ja dieses Jahr schon fast dran waren.
  • Ich möchte einmal Verkäuferlevel 5 erreichen (3000€ kalk. Gewinn vor Steuern)
    Das ist schon etwas schwieriger. Hmm… eher Hardcore! Da ich dafür einen 25.000€ Umsatz Monat und damit ca. 6500€/Woche bräuchte…
  • Ich möchte mein neuestes Produkt (liegt schon bei mir, lizenzierter Verkäufer für ein Lernwerkzeug) erfolgreich im Markt platzieren. D.h. für mich erstmal: 40 Stück in diesem Jahr verkaufen.
  • Ich möchte mich auf die anstehende Lieferschwellenreform vorbereiten, so daß ich nächstes Jahr nicht tot umfalle.

Soweit von meiner Seite. Wie sehen eure Ziele aus? Lasst es mich in den Kommentaren wissen.

Bis zum nächsten Mal,

Euer Kevin


Vorab schon Mal ein Dank an alle, die mich unterstützen. Danke, das hilft mir sehr!
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11 Gedanken zu „Versand durch Amazon #211: Ziele 2020 und das Übliche

  1. Michael

    WTF bin Händler und nicht Steuerberater. 10k Lieferschwelle ist ja Wahnsinn.
    Achtung auf Frankreich .. meine aktuelle News war, dass Frankreiche eine UID von dir will, auch ohne Überschreitung der Liefergrenze bzw. Lagerung und du dann einen Nullmeldung machst. UND Amazon sperrt ab 31.1.2020 deinen Account wenn du nichts hast. https://blog.taxdoo.com/ust-id-fr/ bzw. hab Mail vom Verkäuferservice 🙁

    Abgabe und Zahlung bleibt wahrscheinlich dann trotzdem in jedem Land getrennt. Hat ja jedes Land ihr eigenes elster, fion, . Was den Aufwand nicht unbedingt mindert.
    Ich bin aktuell bei hellotax (alt FBAhero), aber wenn ich bedenke, dass ich dann FR,IT,ES, UK (brexit?), CZ, PL, DE und Ö brauche wird das ganz schön teuer (99€/Land und Monat) und stellt mein FBA Projekt an die Grenze des Sinnvollen.

    @GS1 wieso zahlst du dass nicht im alten Jahr? Ausgabe=weniger Einkommen=weniger Steuer

    Trotzdem viel Erfolg
    Michael

    Antworten
    1. admin Beitragsautor

      Wegen dem Frankreich ding: Ich hab bisher nix dazu gehört. Wie sieht denn so eine Aufforderung durch Amazon.fr aus? Hast du da mal eine email oder dergleichen damit ich mal mein Postfach gezielt durchsuchen kann? Wäre echt hilfreich. Aktuell bin ich da wohl (noch) nicht betroffen.
      Ich geh mal davon aus, dass Händler betroffen sind, welche absehbar die neue Lieferschwelle von 10k überschreiten. Zur Lieferschwelle hinzugerechnet werden aber nur NETTO-Umsätze an PRIVAT-Personen.

      Antworten
      1. Michael

        Da geht es mM nicht um die neue 10k Grenze, sondern Frankreich hat wie DE (22f) eine Marktplatzhaftung eingeführt nur, dass man hier keine Bescheinigung erhält und mit der Erteilung einer fr. UID auch sofort Umsatzsteuervoranmeldungen machen muss, auch wenn dann 0€ drinnen steht.

        Antworten
        1. admin Beitragsautor

          Mir ging es darum zu checken, ob ich das übersehen habe oder ob ich nicht betroffen bin. In welcher Form wurde dir die Anforderung von Amazon zugeschickt?
          Ich hab weder ne „rote Flagge“ in SC für amazon.fr noch ne passende Mail dazu. Hast du einen Suchbegriff oder eine Phrase parat nach der ich meinen Mails durchsuchen könnte?

          Grüße und Danke,
          Kevin

          Antworten
          1. Felix

            Nachdem ich gestern den Kommentar von Michael gelesen habe, bin ich auch alle Postfächer etc. durch. Habe auch nichts gefunden, dass man eine FR Steuernummer hinterlegen muss.

            Ich kann mich dran erinnern, dass das vor ca. einem Jahr auch in UK der Fall war. Dort wurde ich von Amazon aber explizit darauf hingewiesen, dass ich eine Steuernummer hinterlegen muss (inkl. rotem Fähnchen im SC alle paar Tage).
            Da ich das nicht gemacht habe wurde mir aber auch nur Amazon.co.uk gesperrt, alle anderen Marktplätze blieben offen (mittlerweile ist aber auch wieder UK offen, obwohl ich nichts gemacht habe).

            Daher gehe ich davon aus, dass Amazon evtl. von Leuten die Steuernummer will, die (bewusst oder unbewusst) ihre FBA Ware in einem FR Lager liegen haben oder hatten.
            Oder halt tatsächlich über der Lieferschwelle mit dem Umsatz liegen.

          2. Michael

            Lagere nicht in Frankreich und war 2019 unter der Lieferschwelle. Mail kam von Amazon als geöffneter Fall.
            Vielleicht geht Amazon auch davon aus, dass ich xx% Umsatz zusätzlich auf einem anderen Kanal mache und somit dann theo. über der Lieferschwelle bin?
            Dear Seller,
            Please read this message carefully: if you don’t take action immediately, you risk account suspension in 2020. Your seller account does not have French VAT number and we need you to update it in Seller Central. Please upload your VAT number in https://sellercentral-europe.amazon.com/tax/registrations
            Amazon is required to share data on your Amazon business including your 2019 sales and VAT registration status under the French Anti-Fraud Act. Details on your 2019 business will be shared by January 31, 2020.
            If you assess that you need to be VAT registered in France, please apply for your French VAT number now since the process can take several months to complete.
            Find out more about the New French Tax Obligations, https://sellercentral.amazon.co.uk/gc/french-anti-fraud-act-2020?
            Best regards,
            Amazon Services Europe S.a.r.l.

          3. Felix

            Eben das folgende auf Amazon gelesen:

            Das französische Gesetz zur Betrugsbekämpfung im Jahr 2020

            1. Okt. 2019
            Alle Verkäufer bei Amazon sollten ihre französischen oder europäischen Umsatzsteuer-Identifikationsnummern jetzt in Seller Central hochladen, um ihr Geschäft auf das französische Gesetz zur Betrugsbekämpfung vorzubereiten. Wenn Sie feststellen, dass Sie umsatzsteuerlich registriert sein müssen, beginnen Sie bitte noch heute mit der Beantragung Ihrer Umsatzsteuer-Identifikationsnummer, da der Prozess mehrere Monate in Anspruch nehmen kann. Erfahren Sie mehr über die neuen französischen Steuerpflichten.

            Gemäß dem Steuergesetz muss Amazon der französischen Steuerbehörde bis zum 31. Januar 2020 Daten zu Ihrem 2019 Amazon-Unternehmen bereitstellen, einschließlich Ihrer französischen und europäischen Umsatzsteuer-Identifikationsnummern. Die französische Steuerbehörde kann Ihre Daten verwenden, um zu beurteilen, ob die französischen Steueranforderungen eingehalten werden. Wenn die Behörde feststellen kann, dass Sie gegen die Richtlinien verstoßen, kann sie uns anweisen, Ihr Konto bei Amazon.fr vorübergehend zu sperren und zu verhindern, dass Sie an Kunden in Frankreich verkaufen.

          4. admin Beitragsautor

            Da steht aber immer auch : Wenn sie feststellen, dass sie sich registrieren müssen, dann…

            Ich habe festgestellt, dass ich das noch nicht muss. Und nun?

          5. Felix

            @Michael genau so war das bei mir mit UK vor einem Jahr. Da hatte ich auch das Fähnchen im SC. Da hat es daran gelegen dass ich ein Produkt mal in UK lagernd hatte ohne es zu wollen/wissen. Dementsprechend ging wohl der Amazon Bot an und hat mich geflaggt und dann auch Amazon.co.uk für mich gesperrt.
            In den Berichten müsstest du irgendwo die Warenbewegungen deiner FBA Ware sehen können. Evtl. liegt der Hund ja hier begraben.

            @Kevin dann musst du auch abwarten was am 01.02. passiert 🙂 Ich muss laut meinem Steuerberater auch nicht in FR registriert sein. Ist halt immer die Frage ob das Amazon interessiert.

  2. Pingback: FBA#112 - In die Zange genommen - ZeitVorGeld

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